eGK = Elektronische Gesundheitskarte / Telematikinfrastruktur: Wir wollen wegen Datenschutz/ Arztgeheimnis KEINE Online-Anbindung des Praxis-Netzwerkes und keine DAUERHAFTE Speicherung von Patientendaten in einem bundesweiten Datennetzwerk/ Cloud 

 

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum seit 2004 von der Bundesregierung geplanten Projekt ELEKTRONISCHE GESUNDHEITSKARTE / TELEMATIK. 

Viele Patientinnen und Patienten glauben aufgrund der Desinformation der vergangenen Jahre noch immer, es gehe dabei lediglich um die neue Versichertenkarte, genannt Elektronische Gesundheitskarte, auf der wichtige Patienteninformationen gespeichert werden sollen. 

Das ist falsch. Vor allem geht es um ein bundesweites Computernetzwerk, sozusagen um eine Totalvernetzung des Gesundheitswesens, wobei nicht nur Verwaltungsdaten und Medikamentendaten, sondern auch Diagnosen und Arztberichte in diesem Netz dauerhaft gespeichert werden sollen. Die Versichertenkarte ist dazu nur der Schlüssel, Arztberichte oder Röntgenbilder würden gar nicht auf die Karte passen. In aktueller Sprache heißt das: Ihre persönliche Krankenakte soll in einer "Cloud" gespeichert werden. 

Unsere Position: es spricht nichts dagegen, wenn Arztberichte verschlüsselt von Arzt zu Arzt versendet werden und im übertragenden Netz sofort wieder gelöscht werden. Die Gefahr besteht in der dauerhaften Speicherung von persönlichen medizinischen Informationen im Netz. Die Gefahren für das Arztgeheimnis sind groß. Zudem gibt es keinerlei Nachweis, dass die medizinische Behandlung durch die geplanten Maßnahmen verbessert wird. Kosten wird das Projekt vermutlich 10 Milliarden EUR oder mehr. Das ist eine ungeheure Verschwendung von Versichertengeldern.  

 

Aus Gründen der Datensicherheit haben wir in der Vergangenheit unser Praxis-Computernetzwerk NICHT an das Internet angeschlossen und werden das auch in Zukunft nicht tun.

Wenn es nach dem Willen des Gesundheitsministeriums und mächtiger Interessengruppen geht, ist als nächster Schritt ab 2016 Folgendes vorgesehen: In dem Moment, wenn Ihre Versichertenkarte (=eGK, Elektronische Gesundheitskarte) in das Chipkartenlesegerät in der Praxis gesteckt wird, soll unser Computer automatisch mit dem Computer ihrer Krankenkasse verbunden werden, um Daten abzugleichen. Dieser Vorgang nennt sich "Versicherten-Stammdaten-Management". Das wäre der erste Schritt der "Online-Anbindung" und daran wollen wir nicht teilnehmen.

Denn: Trotz aller technischen Sicherheitsmaßnahmen bleibt ein relevantes Restrisiko für Ihre individuellen Patientendaten, Arztberichte, Krankenhausberichte, wenn der Praxis-Server mit dem öffentlichen Netz verbunden ist. Das bedeutet eine große Gefahr für das hohe Gut Arztgeheimnis. 

 

Unsere Konsequenz: Auch in Zukunft werden wir NEIN zur Onlineanbindung sagen. Und das nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern vor allem auch, weil das gesamte Großprojekt eGK völlig unausgereift ist. Es ist bisher kein praktischer medizinischer Nutzen erkennbar. In allen Test auf Praktikabilität im Alltag hat sich das Milliardenprojekt bisher als unbrauchbar herausgestellt.

So oder so: bei uns wird es keine "ONLINE-ANBINDUNG" geben. Weitere Infos siehe unten.  

 

 

 

 

 

Übrigens wurde 2006 Jahr auf unsere Initiative hin eine Informationskampagne zur geplanten ELEKTRONISCHEN GESUNDHEITSKARTE eGK gestartet. Das Projekt Elektronische Gesundheitskarte/ Telematik  würde in der aktuell geplanten Form nur der Industrie und vielleicht den Kassen nützen, für Patienten und Ärzte aber vorwiegend Nachteile und Gefahren bedeuten. Vor allem sieht das Projekt vor, Ihre Patientendaten (Facharztberichte, Krankenhausberichte) in einem bundesweiten Datennetzwerk ("cloud") zu speichern, anstatt in der Praxis des Hausarztes oder der Fachärzte.

Wenn Sie Näheres wissen möchten, finden Sie weiter unten einige pdf-Dateien zum Herunterladen sowie einige wichtige Links zum Thema.  Der wichtigste Text dazu, der "Offenen Brief an Patientinnen und Patienten", ist auch dabei. Darin ist detailgenau beschrieben, welche praktischen Folgen die Gesundheitskarte in der ursprünglich geplanten Form für Ärzte und Patienten hätte. 

 

Und noch ein Hinweis, Stand Juni 2015: Aktuell hat die Bundesregierung das "e-Health-Gesetz" in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht, mit dem das bisherige Pleiten-und-Pannen-Projekt Telematik vorangetrieben werden soll. Beispielsweise sieht das Gesetz vor, dass Ärztinnen und Ärzte, die ihre Praxen NICHT an die "cloud" anschließen wollen, mittelfristig finanziell bestraft werden sollen. (Strafe: jährlich 1% Abzug von den Kassenärztlichen Einnahmen). Auch dazu finden Sie weiter unten Informationen zum Herunterladen. 

 

Und: wir haben in den vergangenen Jahren Befragungen bei unseren Patienten durchgeführt mit der konkreten Frage: "Möchten Sie, dass ihre persönlichen Patientendaten in Zukunft nicht mehr (nur) beim Arzt, sondern in einem bundesweiten Datennetz gespeichert werden?" Gleichzeitig haben wir versichert: Wenn eine Mehrheit DAFÜR ist, werden wir ganz demokratisch die Online-Anbindung trotz der Risiken durchführen und auch die Kritik am Projekt beeenden. Die Antworten: Weit über 90% unserer Patienten sind GEGEN eine Speicherung ihrer Krankenakte in einer "Cloud". 

 

 



Offener Brief an Patientinnen und Patienten zur Elektronischen Gesundheitskarte eGK
deisss_eCard_Offener_Brief_an_Patienten_[...]
PDF-Dokument [254.2 KB]
Wartezimmerinfo eGK Gesundheitskarte 2006
Wzi_Elektronische_Gesundheitskarte_20060[...]
PDF-Dokument [120.4 KB]
Wartezimmerinfo eGK Gesundheitskarte 2011
Wzi_eGK_Gesundheitskarte_20111000.pdf
PDF-Dokument [93.4 KB]
Wartezimmerinfo Lesegeräte nicht angenommen
Wzi_eCard_Lesegeraete_Pauschale_nicht_an[...]
PDF-Dokument [80.5 KB]
eGK_Beitrag_taz
deisss_eCard_beitrag_taz_big_brother.pdf
PDF-Dokument [1.0 MB]
eGK_Ärztezeitung_2006_April
deisss_eCard_Aerztezeitung_seite1_titel.[...]
PDF-Dokument [283.1 KB]
eGK_Ärztezeitung_2006_April_Seite2
deisss_eCard_Aerztezeitung_seite2.pdf
PDF-Dokument [521.1 KB]
eGK_Ärztezeitung_2006_mai
deisss_eCard_aerzte-Zeitung_Titel_mai06.[...]
PDF-Dokument [269.7 KB]
eGK Ärztezeitung 2006 Mai Leserbriefe
deisss_eCard_aerzte-Zeitung_mai06_leser.[...]
PDF-Dokument [1.3 MB]
eGK_Fuchs_statt_Monster
deisss_eCard_Fuchs_st_Monster_f.pdf
PDF-Dokument [338.8 KB]
Präsentation Historie der Kritik an der eGK
deisss_eCard_Praesentation_Kritik-Histor[...]
PDF-Dokument [7.7 MB]
Nein zur Teilnahme am Online-Rollout /Vertrag
deiss_eGK_Leserbrief_Teilnahme_online-ro[...]
PDF-Dokument [107.3 KB]
Brief an IT-Firma: Ablehnung Teilnahme Rollout
deisss_an_CGM_Albis_eGK_Teilnahme_online[...]
PDF-Dokument [110.4 KB]
Arztbriefe versenden: einfach und sicher OHNE Telematik
QZ_20140922_Digitalisierung_Zusammenfass[...]
PDF-Dokument [94.4 KB]
Ärzte werden geködert - Artikel in ZFA
deisss_eGK-Beitrag_in_ZFA_20141000.pdf
PDF-Dokument [1.9 MB]
Wartezimmerinfo zur eGK-Pfllicht ab 1.1.15
deisss_Wzi_eGK_Pflicht_20150101.pdf
PDF-Dokument [106.1 KB]
Wartezimmerinfo zum e-Health-Gesetz Stand Juni 2015
Wzi_eGK_Elektronische_Gesundheitskarte_J[...]
PDF-Dokument [140.3 KB]
eGK-Anhörung_Bundestag_Nov2015_Beitrag_Stoppt-die-eCard
eGK_anhoerung_Bundestag_buendnis-stoppt-[...]
PDF-Dokument [437.5 KB]
Telematik/ eGK-Cloud Stand Mai 2017 / Steckdose für 800Mio EUR
DeisssW_eGK_Telematik_eHealth_Stand_2017[...]
PDF-Dokument [101.8 KB]
Leserbrief an Ärzteblatt / Notfalldatensatz als Akzeptanz-Vehikel
DeissW_an_DAeB_Leserbrief_Notfalldatensa[...]
PDF-Dokument [121.5 KB]
Wartezimmerinfo zur EU-DATENSCHUTZ-GRUNDVERORDNUNG ab Mai 2018
Wzi_Datenschutzverordnung_2018_Verarbeit[...]
PDF-Dokument [102.9 KB]
Zentrale Telematik-Infrastruktur = Arztgeheimnis-Cloud
Grafik: Darstellung Grundstruktur und der Zugriffsmöglichkeiten auf die Gesundheitsdaten-Cloud
DeisssW_Arztgeheimnis-Cloud.pdf
PDF-Dokument [2.1 MB]

 

 

 

 

 

 

Wilfried Deiß Facharzt für Innere Medizin - Hausarzt

Koblenzer Str. 109 D-57072 Siegen

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WARTEZIMMERINFO

 

EUROPÄISCHE DATENSCHUTZ-GRUNDVERORDNUNG 
AB MAI 2018

 

Aktuell tritt die Datenschutzverordnung in Kraft. Das ist auch gut so. Es ist inzwischen bekannt, dass global betrachtet ein sehr laxer Umgang mit persönlichen Daten besteht, allem voran in den Vereinigten Staaten und den dortigen "Datenkraken", besonders Facebook/Whatsapp und Google. Dort werden Daten nicht nur unzureichend geschützt, im Gegenteil, es ist ja gerade der VERKAUF von Daten, der das Geschäftsmodell der Internetriesen ausmacht. Da ist es gut, dass Europa einen anderen Weg geht im Sinne von mehr Persönlichkeitsschutz und Demokratie. 

Im Rahmen dieser europäischen Datenschutzverordnung müssen alle Arztpraxen/ Krankenhäuser ihren Umgang mit patientenbezogenen Daten prüfen und darlegen. Schließlich sind medizinische Daten die persönlichsten und intimsten Informationen überhaupt. (Im globalen Schwarzmarkt werden zwischen 60 und 80 Dollar für eine komplette "Patientenakte" gezahlt, weil sich die darin befindlichen Informationen zu vielerlei kriminellen Aktivitäten nutzen lassen!)

 

In unsere Praxis ergeben sich keine wesentlichen Änderungen, da wir schon seit bestehen der Praxis einen vorsichtigen Umgang mit Ihren persönlichen Verwaltungsdaten und Medizinischen Daten pflegen. 

* Bei uns gibt es keine Karteikarten / Karteischränke mehr. Die komplette Speicherung/ Aufbewahrung personenbezogener Daten findet im Hauptrechner unseres Praxisnetzwerkes statt. (1)

* Unser Praxisnetzwerk ist aus Gründen der Datensicherheit bewusst NICHT ans Internet angeschlossen. Es wird also vor allem mit dem Praxisnetzwerk NICHT im Internet gesurft und es werden KEINE Mails empfangen und versendet. Diese Tätigkeiten erfolgen bei uns mit getrennten Geräten (2)

* Verwaltungsdaten gelangen in aller Regel über das Einlesen ihrer Gesundheitskarte in den Praxisrechner. (3)

* Alle medizinischen Daten aus der Sprechstunde werden in den Computer eingetippt von Arzt/ Ärztin oder Medizinischer Fachangestellter. (4)

* Arztberichte von Krankenhäusern oder Fachärzten werden zunächst gelesen und ausgewertet und dann in den Praxiscomputer eingescannt.Wir erhalten die Berichte in der Regel per Post oder als Fax (5)
(Selbstverständlich wäre es eine Erleichterung, wenn Arztberichte als verschlüsselte eMail empfangen werden könnte. Dies fänden wir unter der Voraussetzung gut, dass die Mail Punkt-zu-Punkt versendet wird, OHNE dauerhafte Datenspeicherung in einem Netzwerk / "cloud". Ein solches, im Prinzip einfaches System, wurde aber im Gesundheitswesen bisher nicht aufgebaut. Eine dauerhafte Speicherung Ihrer persönlichen Daten in einer cloud lehnen wir allerdings ab. Auch von unseren Patienten wird dies mit großer Mehrheit NICHT gewünscht, wir haben dazu Umfragen praxisintern durchgeführt). 

 

* Kernstück der Medizinischen Patientendaten in unsere Praxis ist der sogenannte PATIENTENAUSWEIS, ein Papierausdruck, der immer aktuell Ihre wichtigsten Diagnosen /Operationen/ Allergien/ Unverträglichkeitenund Ihre aktuelle Medikation und Bedarfsmedikationauflistet. 

Für Sie persönlich und für Vorstellung bei Facharzt/ Krankenhaus drucken wir Ihnen den Patientenausweis aus. Wie Sie damit umgehen, wem Sie die Information zeigen oder nicht zeigen, entscheiden Sie selbst. (6)

 

* Medizinische Informationen an mitbehandelnde Fachärzte/ Krankenhäuser senden wir, falls nicht dringend, per Post, im dringlichen Fall per Fax(7)(selbstverständlich würden wir auch dies gern verschlüsselt über eine sichere Punkt-zu-Punkt-Verbindung digital erledigen, aber, siehe oben, das gibt es nicht).

 

* Mails an unsere Praxis sind möglich, allerdings nicht für medizinische Fragestellungen, denn dafür ist die Sprechstunde da. Allgemeine Infos per Mail werden über einen verschlüsselten Mail-Dienst empfangen und versendet ("Posteo.de"). (8) Mail-Empfang und -Versand werden NICHT über das Praxisnetzwerk, sondern über einen getrennten Computer abgewickelt, um das Praxisnetzwerk vor Computerviren, -trojanern und anderen Schädlingen zu schützen. 

 

* Die Festplatte unseres Hauptrechners ist mehrfach gesichert. Es gibt eine Spiegelfestplatte, so dass bei technischen Problemen alle Daten nochmals vorhanden sind. Und es gibt eine tägliche Datensicherung, die ausserhalb der Praxis aufbewahrt wird, selbstverständlich verschlüsselt. (9)

 

* Das Praxisnetzwerk wird nur einmal täglich für etwa 1 Minute mit einer Datenleitung verbunden, nämlich zum Abruf der Labordaten von unserem Labor in Reichshof. (10) Das "Risiko" für das Praxisnetzwerk dabei ist extrem gering, trotzdem hat das Netzwerk standardmäßig eine Firewall und ein Virenschutzprogramm. 

 

* Die Abrechnungsdaten am Ende jedes Quartals (beinhaltet Diagnosen und Abrechnungsziffern) werden im Praxiscomputer generiert, aber von einem getrennten Computer aus über gesicherte Datenleitung an die Kassenärztliche Vereinigung in Dortmund gesendet. (11)

 

 

Liebe Patientinnen und Patienten

wir hoffen, Sie konnten die dargestellten Vorgehensweisen gut nachvollziehen und gutheißen. 

Wenn Sie persönlich einen Einwand haben, teilen Sie uns dies bitte mit, am besten schriftlich. 

 

Mit freundlichen Grüßen W.Deiß S.Orthmann und Team

 

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Die Ziffern (1) bis (11) beschreiben die sogenannte LISTE DER VERARBEITUNGSTÄTIGKEITEN, die jede Praxis zur Erfüllung der EU-Datenschutz-Grundverordnung erstellt haben muss. 

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